Porträt von Sandra Krone
Über den Autor: Sandra Krone

Sandra Krone ist Partnerin und Gründerin von OLDSCHOOLSEO. Ihre Arbeit beginnt bei der Analyse der Nutzerintention und der Content-Strategie, um daraus die Anforderungen für die redaktionelle und technische Umsetzung abzuleiten.

Das Redaktions-Briefing: Operationalisierung von E-E-A-T-Kriterien

Das Redaktions-Briefing definiert die Schnittstelle zwischen SEO-Strategie und operativer Content-Erstellung. Es fungiert als Instrument der Content-Governance, um Qualitätsanforderungen standardisiert an Autoren zu übermitteln. Im Fokus steht die Transformation der Google Quality Rater Guidelines (E-E-A-T) in exekutierbare Handlungsanweisungen. Dieser Beitrag definiert die Komponenten eines Briefings zur Sicherstellung von Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.

Strategische Relevanz und Qualitätssicherung

Das Briefing dient der präemptiven Qualitätssicherung. Die Integration von E-E-A-T-Kriterien verfolgt drei Ziele:

  1. Objektivierung: Qualitative Anforderungen werden messbar.
  2. Effizienz: Reduktion von Korrekturschleifen durch klare Vorgaben.
  3. Konformität: Ausrichtung des Contents auf algorithmische Bewertungsmuster.

Operationalisierung der E-E-A-T-Säulen

Ein valides Briefing enthält spezifische Anweisungen für jede Dimension des E-E-A-T-Konzepts.

1. Experience (Erfahrung)

Google bewertet den Nachweis praktischer Anwendung des Themenwissens.

  • Anforderung: Integration von Fallbeispielen oder Anwendungsszenarien aus der Praxis des Autors.
  • Funktion: Differenzierung von synthetischen oder rein theoretischen Inhalten.

2. Expertise (Fachwissen)

Expertise manifestiert sich durch fachspezifische Terminologie und Kontextualisierung von Fakten.

  • Anforderung: Verwendung der korrekten Fachnomenklatur ohne Trivialdefinitionen. Fokus auf Kausalitäten statt reiner Deskription.
  • Funktion: Signalisierung von Informationstiefe für Fachexperten.

3. Authoritativeness (Autorität)

Autorität bezieht sich auf die Reputation des Verfassers und der publizierenden Domain.

  • Anforderung: Nennung des Autors (Klarnamenpflicht) und Referenzierung eigener Publikationen innerhalb der Domain (Topic Cluster).
  • Funktion: Stärkung der Autoren-Entität im Knowledge Graph.

4. Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit)

Vertrauen basiert auf Transparenz und Belegbarkeit der Aussagen (insbesondere bei YMYL-Themen).

  • Anforderung: Beleg statistischer Aussagen durch Verlinkung auf Primärquellen. Ausschluss von Sekundärquellen oder Aggregatoren.
  • Funktion: Validierung der Informationsgüte.

Strukturkomponenten eines E-E-A-T-Briefings

Die folgende Matrix definiert die erforderlichen Bestandteile eines Briefings zur Qualitätssicherung:

KomponenteDefinition & AnforderungZielsetzung
MetadatenPrimäres Keyword, Sekundär-Keywords, Suchintention (User Intent).Relevanz-Herstellung
ZielgruppeDefinition des Adressatenkreises (z.B. C-Level vs. Anwender). Bestimmt den fachlichen Tiefengrad.Passgenauigkeit
KernfrageDefinition der zentralen Problemstellung, die der Text löst (Information Gain).Mehrwert
StrukturVorgabe der H2- und H3-Hierarchie.Themenabdeckung
QuellenListe obligatorischer Primärquellen (Studien, Gesetze).Vertrauenswürdigkeit
Interne VerlinkungDefinition zu verlinkender Artikel der eigenen Domain.Themenautorität
MedienAnforderung an eigene Datenvisualisierungen oder Screenshots.Nutzererfahrung

Fazit

Das Redaktions-Briefing ist ein Werkzeug zur Skalierung der Content-Produktion. Es übersetzt strategische Ziele in operative Anweisungen. Die Standardisierung der E-E-A-T-Anforderungen gewährleistet ein konsistentes Qualitätsniveau und sichert die algorithmische Relevanz der Publikationen.

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