Porträt von Michael Kienzler
Über den Autor: Michael Kienzler

Michael Kienzler ist Partner und Gründer von OLDSCHOOLSEO. Seine Arbeit beginnt bei der Analyse der technischen Architektur und der Daten, um daraus die Potenziale für die redaktionelle und strategische Weiterentwicklung abzuleiten.

Vom Keyword zum Briefing: Ein Leitfaden für Content-Briefings

Was ist ein Content-Briefing und warum ist es entscheidend?

Antwort: Ein Content-Briefing ist ein Dokument, das alle notwendigen Informationen für die Erstellung eines Inhaltsstücks zusammenfasst. Es dient als Anleitung für den Autor und stellt sicher, dass der Inhalt strategische SEO-Ziele erfüllt und die Erwartungen der Zielgruppe trifft. Es minimiert den Korrekturaufwand und maximiert die Qualität des finalen Textes.

Welche Informationen gehören in ein umfassendes Content-Briefing?

Antwort: Ein umfassendes Briefing enthält folgende Kernkomponenten:

  1. Administrative Rahmenbedingungen: Abgabefrist, Wortanzahl (Richtwert), Ziel-URL.
  2. Zieldefinition: Was soll der Inhalt erreichen? Wer ist die Zielgruppe (Persona)?
  3. SEO-Vorgaben: Primäres Keyword und 3-5 sekundäre Keywords.
  4. Inhaltliche Struktur: Eine vorgeschlagene Gliederung mit H2- und H3-Überschriften.
  5. W-Fragen: Eine Liste der wichtigsten Nutzerfragen zum Thema.
  6. SERP-Analyse: Eine Zusammenfassung der Top-10-Wettbewerber.
  7. Interne Verlinkungen: Eine Liste von 2-3 relevanten, bestehenden Artikeln, die verlinkt werden sollen.

Schritt 1: Wie werden die SEO-Vorgaben definiert?

Antwort: Die SEO-Vorgaben basieren auf einer Keyword-Recherche.

  • Primäres Keyword: Das Haupt-Keyword mit dem höchsten relevanten Suchvolumen und der passenden Suchintention.
  • Sekundäre Keywords: Semantisch verwandte Begriffe und Long-Tail-Keywords, die den thematischen Kontext erweitern.

Schritt 2: Wie wird eine inhaltliche Struktur entwickelt?

Antwort: Die Struktur wird durch eine Analyse der Suchergebnisseiten (SERPs) entwickelt.

  1. Analyse der Top-10: Untersuchen Sie die Gliederungen der am besten rankenden Artikel, um die erwartete Grundstruktur zu verstehen.
  2. Identifikation von Content-Gaps: Finden Sie Aspekte, die von der Konkurrenz nicht oder nur unzureichend behandelt werden.
  3. Logische Gliederung erstellen: Kombinieren Sie die Grundstruktur mit den identifizierten Gaps zu einer umfassenden Gliederung.

Schritt 3: Wie werden die relevanten W-Fragen identifiziert?

Antwort: W-Fragen (Wer, Was, Wann, Wo, Warum, Wie) spiegeln die direkte Suchintention wider. Man findet sie über:

  • Googles "Ähnliche Fragen"-Box (People Also Ask).
  • Keyword-Recherche-Tools mit "Questions"-Funktion.
  • Online-Foren (z.B. Reddit, Quora).

Schritt 4: Wie werden interne Verlinkungsmöglichkeiten festgelegt?

Antwort:

  • Identifizieren Sie relevante Pillar-Pages: Gibt es eine übergeordnete Seite, die verlinkt werden sollte?
  • Finden Sie thematisch verwandte Artikel: Nutzen Sie die Suchfunktion Ihrer Webseite (site:ihredomain.de "keyword").
  • Geben Sie den Ankertext vor: Definieren Sie im Briefing den genauen Ankertext, um die Relevanz zu maximieren.

Wie werden visuelle Elemente im Briefing spezifiziert?

Antwort: Visuelle Elemente sind für die Nutzererfahrung und Verständlichkeit entscheidend. Das Briefing sollte Vorgaben enthalten für:

  • Art der Grafiken: Sollen Infografiken, Screenshots, Diagramme oder Stockfotos verwendet werden?
  • Platzierung: An welchen Stellen im Text sind visuelle Elemente zur Auflockerung oder zur Erklärung eines Sachverhalts notwendig? (z.B. "Hier bitte einen Screenshot des Tools einfügen").
  • Quellenangaben: Woher sollen die Bilder bezogen werden (eigene Erstellung, Stockfoto-Datenbank)?
  • Alt-Tags: Das Briefing kann bereits einen Vorschlag für den Alt-Tag des Hauptbildes enthalten, der das primäre Keyword berücksichtigt.

Wie unterscheidet sich ein Briefing für verschiedene Content-Typen?

Antwort: Das Grundgerüst des Briefings bleibt gleich, die Schwerpunkte verschieben sich jedoch je nach Content-Typ:

  • Blogartikel: Fokus auf SEO-Vorgaben, W-Fragen und eine detaillierte Textstruktur.
  • Landingpage: Fokus auf Zielgruppe, Konversionsziel, Call-to-Actions (CTAs) und die exakte Formulierung der Value Proposition. SEO ist oft sekundär.
  • Whitepaper/E-Book: Fokus auf eine tiefgehende Gliederung, die Anforderungen an die Datenrecherche und die Definition der Kernbotschaften.
  • Video-Skript: Fokus auf die visuelle Umsetzung, die Dialoge, die Szenenabfolge und die Platzierung von grafischen Einblendungen.

Was ist die Schlussfolgerung für den Redaktionsprozess?

Antwort: Das Content-Briefing ist das wichtigste Steuerungsdokument im Redaktionsprozess. Es stellt sicher, dass strategische Überlegungen aus der SEO- und Content-Planung in die operative Texterstellung einfließen. Ein detailliertes Briefing ist kein kreatives Korsett, sondern ein Geländer, das dem Autor die Sicherheit gibt, einen in jeder Hinsicht exzellenten Inhalt zu erstellen.

Integration in die SEO-Strategie

Das Briefing ist die operative Brücke zwischen Strategie und Umsetzung.

  • Schreiben für das Web - Das Briefing liefert die Struktur, während dieser Beitrag erklärt, wie die Struktur mit web-optimiertem Text gefüllt wird.
  • On-Page-SEO für Redakteure - Das Briefing gibt die SEO-Ziele vor; dieser Beitrag liefert die Checkliste zur Umsetzung.
  • Das Topic-Cluster-Modell - Das Briefing für einen Cluster-Content enthält immer einen Link zur entsprechenden Pillar-Page.

Lesetipp: Was ist Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

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