by Michael Kienzler

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Visuelle Expertise durch Original-Grafiken: Inhalte belegen und technisch einbinden

Eine Original-Grafik macht eine Aussage, ihren Ausgangspunkt und ihre Urheberschaft sichtbar. Das Bild ergänzt einen Text, wenn es Daten, einen Ablauf, einen Vergleich oder eine Beobachtung verständlicher zeigt als ein Absatz allein. Eine dekorative Illustration erfüllt diesen Zweck nicht.

Google empfiehlt hilfreiche Inhalte mit eigener Information, Recherche oder Analyse. Die Suchdokumentation nennt dabei keine E-E-A-T-Kennzahl und keine Rangwirkung für eigene Bilder. Eine Grafik kann aber zeigen, wie ein Team Daten erhoben, einen Prozess beobachtet oder Fachwissen aufbereitet hat.

Was eine Original-Grafik leistet

Eine Original-Grafik entsteht aus Material, das das veröffentlichende Team selbst erstellt, erhoben oder rechtmäßig zur Bearbeitung erhalten hat. Eine neu gezeichnete Datei allein reicht nicht. Die Grafik muss einen eigenen Informationsbeitrag leisten und ihre Datenbasis darf keine fremden Rechte verletzen.

BestandteilGeeignetes ErgebnisNicht ausreichend
AussageDie Grafik beantwortet eine abgegrenzte Teilfrage des Beitrags.Wiederholt eine Überschrift oder füllt freie Fläche.
AusgangsmaterialEigene Messwerte, Fachunterlagen oder rechtmäßig nutzbare Daten bilden die Basis.Eine fremde Grafik wird nachgezeichnet; Herkunft und Rechte bleiben ungeklärt.
EinordnungText, Legende oder Bildunterschrift nennt Zeitraum, Bezugsgröße und Quelle der Daten.Balken, Farben oder Symbole bleiben ohne Erklärung.
UrheberschaftDas Team hält fest, wer Daten lieferte, die Grafik zeichnete und sie fachlich prüfte.Eine Datei liegt im CMS ohne Ansprechpartner oder Entstehungshinweis.
NutzwertDie Darstellung erleichtert eine Entscheidung oder das Verständnis eines Zusammenhangs.Soll allein Aufmerksamkeit erzeugen.

Ein Diagramm zu Ladezeiten braucht die gemessenen URLs, das Abrufdatum, die Geräteklasse und die Messquelle. Eine Ablaufgrafik braucht die tatsächlichen Schritte und Verantwortlichkeiten. Ein Produktfoto braucht den gezeigten Zustand, den Zweck im Text und gegebenenfalls die Zustimmung abgebildeter Personen. So lässt sich die Aussage später prüfen oder ändern.

Die Planung von Thema, Zielseite, Rollen und Pflege regelt die Content-Redaktion für Webinhalte. Die Grafik bildet einen Baustein dieses Auftrags.

Welche Form zur Aussage passt

Die Form folgt der Information. Ein Team wählt keine Infografik, weil sie aufwendig aussieht, sondern weil sie einen Inhalt verständlicher vermittelt als Text oder Tabelle.

Ziel im BeitragGeeignete FormErforderliche Begleitung
Reihenfolge erklärenAblaufgrafik mit Schritten und ÜbergabenText beschreibt Ausnahmen und Zuständigkeiten.
Werte vergleichenBalken-, Linien- oder PunktdiagrammEinheit, Zeitraum, Datenquelle und Bezugsgröße stehen in der Nähe.
Beziehungen zeigenSchema oder zeichnerische ÜbersichtBegriffe und Pfeile erklären die fachliche Beziehung.
Eigene Erfahrung belegenFoto, Screenshot oder kurzes VideoKontext nennt Objekt, Zeitpunkt und das Gezeigte.
Komplexe Daten zugänglich machenGrafik plus Datentabelle oder ausführliche TextalternativeDer Informationsgehalt liegt zusätzlich außerhalb des Bilds vor.

Eine fremde Datentabelle in ein neues Farbschema zu übertragen schafft noch keine eigene fachliche Leistung. Das Team ergänzt erst dann einen eigenen Beitrag, wenn es die Auswahl, Berechnung, Einordnung oder Darstellung begründet und die ursprüngliche Datenquelle nennt. Für Quellen, Verantwortung und die fachliche Prüfung eines Inhalts gilt die Redaktionelle SEO für E-E-A-T und Content-Qualität.

Ablauf: von der Aussage bis zur Veröffentlichung

Ein Arbeitsablauf hält Grafik, Text und technische Auslieferung zusammen.

1. Aussage und Beleg vor dem Entwurf festlegen

Schreibe vor dem Zeichnen einen Satz: „Diese Grafik zeigt … auf Grundlage von … für den Zeitraum …“. Lege danach fest, welche Datenpunkte, Fotos, Screenshots oder Prozessschritte in die Grafik gehören. Wenn eine Zahl nur für eine bestimmte Stichprobe, Region oder Version gilt, nennt die Grafik diesen Rahmen.

Bei Diagrammen dokumentiert das Team Rechenschritt, Einheit und Rundung. Ein Prozentwert ohne Grundgesamtheit sagt wenig aus. Ein Vorher-Nachher-Vergleich braucht gleiche Messbedingungen oder einen offen benannten Unterschied. Fehlt der Nachweis, bleibt die Aussage im Text oder entfällt.

2. Rechte, Lizenzen und Freigaben sichern

Prüfe vor der Erstellung, ob Daten, Bilder, Icons, Schriften, Software-Screenshots oder Vorlagen frei nutzbar sind oder eine Lizenz verlangen. Halte Nutzungsrechte, Namensnennung, Bearbeitungsrechte und Einwilligungen in einer internen Arbeitsnotiz fest.

PrüfpunktIm Arbeitsnachweis festhalten
UrheberrechtUrheberin oder Urheber, Quelle, eingeräumtes Nutzungsrecht, Bearbeitungsrecht und Nachweispflicht
DatenUrsprung, Abrufdatum, Lizenz oder Freigabe, Berechnung und Geltungsbereich
PersonenbildEinwilligung, Zweck der Veröffentlichung und interne Ablage der Zustimmung
Marken, Karten, Icons und FontsLizenzbedingungen, erlaubter Kanal und eventuelle Namensnennung
KI- oder Stock-MaterialAnbieterbedingungen, verwendete Eingaben soweit nötig und menschliche Fachprüfung

Eine Datei mit einer freien Lizenz ist nicht automatisch für jede Bearbeitung, jeden Vertriebskanal oder jede Namensnennung frei. Lies die Lizenzbedingungen und halte sie bei der Quelldatei fest. Das gilt auch, wenn eine Agentur die Grafik liefert: Der Auftrag sollte die Rechte für die geplante Nutzung erfassen.

3. Grafik und Text gemeinsam schreiben

Eine Grafik erhält eine sprechende Überschrift oder Bildunterschrift. Diese Beschriftung nennt das Thema und die Aussage. Bei einem Diagramm gehören Quelle, Zeitraum und Einheit in die Beschriftung. Bei einer Prozessgrafik stehen die Schritte zusätzlich als Text auf der Seite.

Verwende keine Skalen, die Unterschiede strammer erscheinen lassen, als die Werte es tragen. Beginnt eine Balkenskala nicht bei null, zeigt die Darstellung den Bruch und der Text erklärt die Wahl. Farben dürfen keine einzige Bedeutung tragen. Beschriftungen, Muster oder direkte Werte machen die Grafik auch ohne Farbwahrnehmung lesbar.

4. Bilddatei zugänglich und responsiv einbauen

Google kann Bilder aus dem src-Attribut eines HTML-img-Elements erkennen. CSS-Hintergrundbilder indexiert Google laut eigener Dokumentation nicht als Bilder. Setze eine inhaltliche Grafik daher als Bildinhalt ein.

Ein Alt-Text beschreibt die Bedeutung des Bilds in seinem Kontext. Er ist kein Ort für eine Liste von Suchbegriffen. Google nutzt den Alt-Text zusammen mit dem Seiteninhalt und Verfahren der Bilderkennung, um das Motiv einzuordnen; Menschen mit Screenreadern nutzen ihn als Textalternative.

Die W3C-Entscheidungshilfe unterscheidet vier Fälle: Informative Bilder erhalten einen kurzen sinntragenden Alt-Text. Funktionsbilder nennen Ziel oder Aktion. Dekorative Bilder erhalten alt="". Bei einem komplexen Diagramm stellt die Seite die enthaltene Information zusätzlich als Text oder Tabelle bereit.

<figure>
  <picture>
    <source
      type="image/avif"
      srcset="seo-audit-ablauf-640.avif 640w, seo-audit-ablauf-1280.avif 1280w"
      sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px"
    />
    <img
      src="seo-audit-ablauf-1280.jpg"
      srcset="seo-audit-ablauf-640.jpg 640w, seo-audit-ablauf-1280.jpg 1280w"
      sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px"
      width="1280"
      height="720"
      alt="Ablauf eines SEO-Audits von der Bestandsaufnahme bis zur priorisierten Maßnahmenliste"
    />
  </picture>
  <figcaption>SEO-Audit: Schritte und Übergaben im Überblick.</figcaption>
</figure>

srcset und sizes geben dem Browser mehrere Dateigrößen zur Auswahl. Das src-Attribut bleibt als Ausweichadresse erhalten. Breite und Höhe geben dem Browser das Seitenverhältnis vor dem Laden bekannt.

Wähle für jede Variante denselben Bildinhalt, wenn die Grafik nur skaliert. Wenn sich der Ausschnitt für kleine Displays ändert, lege eine eigene mobile Fassung an und prüfe, ob sie dieselbe Aussage abdeckt. Teste Diagramme auf einem schmalen Display: Sind Beschriftungen lesbar, lässt sich zoomen, und bleibt die Textalternative erreichbar?

5. Auffindbarkeit und Veröffentlichung prüfen

Verwende beschreibende Dateinamen wie seo-audit-ablauf-2026.jpg. Platziere die Grafik nahe am Text, der sie erklärt. Google nennt Seitenkontext, Bildunterschriften, Titel und Alt-Text als Signale für das Bildthema.

Eine Bild-Sitemap hilft Google dabei, Bilder zu entdecken, die der Crawler sonst schwer findet. Das Verzeichnis ist keine Voraussetzung für jede normale Inhaltsgrafik. Die Google-Dokumentation verlangt dafür je Bild nur image:image und image:loc.

Für die Ladezeit zählt nicht nur das Dateiformat. Prüfe, welche Datei der Browser bei einer bestimmten Ansicht lädt, wie viel die Datei wiegt und ob die Grafik den Hauptinhalt verdrängt. Der Leitfaden Core Web Vitals und mobile Nutzbarkeit behandelt die technische Diagnose.

Prüfkriterien vor Veröffentlichung

Die Abnahme prüft drei Fragen: Trägt die Grafik eine Aussage? Darf das Team sie veröffentlichen? Funktioniert sie auf der Seite?

BereichPrüfkriteriumNachweis
InhaltDie Grafik ergänzt eine Aussage des Beitrags.Arbeitsauftrag, Bildunterschrift und Textabschnitt passen zusammen.
DatenQuelle, Zeitraum, Einheit, Rechenweg und Grenzen sind nachvollziehbar.Quelldatei, Berechnungsnotiz und sichtbare Beschriftung liegen vor.
RechteNutzungs- und Bearbeitungsrechte sowie Einwilligungen decken die Veröffentlichung.Lizenz, Vertrag oder Einwilligung sind intern abgelegt.
ZugänglichkeitAlt-Text entspricht der Funktion; komplexe Inhalte stehen zusätzlich als Text oder Tabelle bereit.Test mit deaktivierten Bildern oder Screenreader-Prüfung.
HTML und DarstellungDie Grafik nutzt ein img-Element, enthält src, width und height und hat passende Varianten.Quelltextprüfung und Test auf echten Geräten.
AuffindbarkeitDateiname, Seitenkontext und Bild-URL sind eindeutig.URL-Prüfung, Crawl oder Search-Console-Prüfung.
PflegeEine zuständige Person kennt die Quelle und prüft bei Daten-, Rechte- oder Designänderungen erneut.Medienprotokoll mit Datum und Verantwortlichkeit.

Die technische Zugänglichkeitsprüfung geht über Alt-Texte hinaus. Kontraste, Zoom, Tastaturzugang und die semantische Einbindung der Bildbeschreibung gehören dazu. Der Beitrag Barrierefreie Websites technisch umsetzen behandelt diese Prüfungen.

Grenzen von Original-Grafiken

Eine selbst erstellte Grafik beweist weder die Richtigkeit ihrer Daten noch die Erfahrung der Autorin oder des Autors. Das Bild macht eine nachvollziehbare Arbeit sichtbar, ersetzt aber keine Quellenprüfung, keine fachliche Freigabe und keinen Test der Aussage.

E-E-A-T bildet nach Google keinen einzelnen Rankingfaktor. Daraus folgt keine Zusage, dass originäre Bilder ein Ranking, eine Darstellung in Google Images oder Traffic auslösen. Google wählt Bildvorschauen automatisiert und berücksichtigt mehrere Quellen.

Ein Alt-Text ersetzt keine ausführliche Erklärung eines Diagramms. Ein hoher Kontrast ersetzt keine Lesbarkeit. Eine Bild-Sitemap ersetzt keine crawlbare Seite. Und eine Lizenz schützt nicht vor einer irreführenden Aussage über die dargestellten Daten.

Häufige Fragen zu visueller Expertise

Muss jede Seite eine Original-Grafik enthalten?

Nein. Setze eine Grafik ein, wenn sie eine Information verständlicher vermittelt als Text. Ein künstlich ergänztes Bild ohne Aussage erhöht weder die fachliche Qualität noch ersetzt es einen fehlenden Beleg.

Reicht ein Alt-Text für ein komplexes Diagramm?

Nein. Der Alt-Text fasst die Kernaussage knapp zusammen. Die Werte, Zusammenhänge und notwendigen Erläuterungen stehen zusätzlich im Fließtext oder in einer Tabelle. Das W3C behandelt komplexe Grafiken ausdrücklich als Fall für eine alternative Darstellung des Inhalts.

Braucht jede Grafik eine Bild-Sitemap?

Nein. Eine Bild-Sitemap ergänzt die Entdeckung von Bildern, die Google sonst möglicherweise nicht findet. Bei einer regulär eingebundenen Grafik auf einer crawlbaren Seite kann Google sie über das img-Element entdecken.

Darf ein Team eine Grafik mit KI erstellen?

Die technische Herkunft entscheidet nicht allein über die Veröffentlichung. Das Team prüft die Bedingungen des verwendeten Werkzeugs, Rechte an Ausgangsmaterial und Ergebnis sowie die Richtigkeit der dargestellten Aussage. Dokumentiere Werkzeug, Eingaben soweit erforderlich, fachliche Prüfung und die verantwortliche Person.

Nächster Schritt

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Sandra Krone und Michael Kienzler | Seriöse Suchmaschinenoptimierung aus Stuttgart | Seit 2018

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Porträt von Michael Kienzler
Über den Autor: Michael Kienzler

Michael Kienzler ist Partner und Gründer von OLDSCHOOLSEO. Seine Arbeit beginnt bei der Analyse der technischen Architektur und der Daten, um daraus die Potenziale für die redaktionelle und strategische Weiterentwicklung abzuleiten.

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