Porträt von Michael Kienzler
Über den Autor: Michael Kienzler

Michael Kienzler ist Partner und Gründer von OLDSCHOOLSEO. Seine Arbeit beginnt bei der Analyse der technischen Architektur und der Daten, um daraus die Potenziale für die redaktionelle und strategische Weiterentwicklung abzuleiten.

Das Helpful Content System: Eine redaktionelle Interpretation

Was ist das Google Helpful Content System (HCS)?

Antwort: Das Helpful Content System (HCS) ist ein automatisches Ranking-System von Google. Es zielt darauf ab, Inhalte zu fördern, die für Menschen erstellt wurden und eine positive Nutzererfahrung bieten. Das System bewertet die Qualität auf Domain-Ebene. Websites mit einem hohen Anteil an "nicht hilfreichen" Inhalten können an Sichtbarkeit verlieren.

Was sind die Kernprinzipien von nutzerorientiertem Content?

Antwort: Nutzerorientierter ("People-First") Content erfüllt folgende Kriterien:

  • Existenzgrund: Der Inhalt wurde für eine definierte Zielgruppe erstellt, die ihn nützlich findet.
  • Expertise: Der Inhalt demonstriert Fachwissen und eine Auseinandersetzung mit dem Thema.
  • Zweckerfüllung: Der Inhalt beantwortet die Frage des Nutzers oder hilft ihm, ein Ziel zu erreichen.

Welche redaktionellen Praktiken signalisieren "nicht hilfreichen" Content?

Antwort: Google nennt spezifische Signale für Inhalte, die primär für Suchmaschinen erstellt wurden:

  • Themenwahl: Die Themen werden aufgrund ihres Suchvolumens ausgewählt, ohne Bezug zur eigenen Expertise.
  • Oberflächlichkeit: Inhalte fassen lediglich zusammen, was andere Quellen berichten, ohne einen eigenen Mehrwert zu bieten.
  • Nichterfüllung der Erwartung: Der Titel verspricht eine Antwort, die der Inhalt nicht liefert.
  • Automatisierung ohne Anreicherung: Der Einsatz von Automatisierung zur Erstellung von Inhalten ohne redaktionelle Überarbeitung.

Wie hängen das Helpful Content System und E-E-A-T zusammen?

Antwort: Die Konzepte sind verknüpft, aber nicht identisch. E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) beschreibt die Qualitätsmerkmale eines Inhalts. Das Helpful Content System agiert als Filter, der die primäre Motivation hinter der Content-Erstellung prüft. Ein Inhalt kann E-E-A-T-Signale aufweisen, aber dennoch als "nicht hilfreich" eingestuft werden, wenn sein Zweck primär das Ranking ist.

Wie kann eine Redaktion Inhalte auf "Helpfulness" prüfen?

Antwort: Redaktionen können einen Katalog von Selbstbewertungsfragen anwenden:

  • Expertise & Erfahrung: Demonstriert der Inhalt eigene Erfahrung oder Fachwissen?
  • Mehrwert: Bietet der Artikel eine originäre Analyse, eine neue Perspektive oder Informationen, die über die Zusammenfassung anderer Quellen hinausgehen?
  • Nutzerzufriedenheit: Verlässt ein Nutzer die Seite mit dem Gefühl, eine Antwort auf seine Frage erhalten zu haben?
  • Zweck: Dient der Inhalt primär dem Nutzer oder der Suchmaschine?

Was ist die Schlussfolgerung für die redaktionelle Strategie?

Antwort: Das Helpful Content System erfordert eine Anpassung der Redaktionsstrategie. Die Nutzerzufriedenheit wird zur zentralen Metrik. Die Strategie muss sicherstellen, dass jeder produzierte Inhalt einen Zweck für eine definierte Zielgruppe erfüllt. "Helpfulness" wird so von einer SEO-Taktik zu einer redaktionellen Grundhaltung.

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