Porträt von Sandra Krone
Über den Autor: Sandra Krone

Sandra Krone ist Partnerin und Gründerin von OLDSCHOOLSEO. Ihre Arbeit beginnt bei der Analyse der Nutzerintention und der Content-Strategie, um daraus die Anforderungen für die redaktionelle und technische Umsetzung abzuleiten.

Mobile-First-Indexierung: Was Webmaster jetzt beachten müssen

Was bedeutet Mobile-First-Indexierung?

Antwort: Mobile-First-Indexierung bedeutet, dass Google zur Indexierung und zum Ranking von Inhalten vorrangig die mobile Version einer Webseite verwendet. Früher nutzte Google die Desktop-Version als primäre Quelle. Da die Mehrheit der Suchanfragen heute von mobilen Geräten stammt, hat Google diesen Wechsel vollzogen, um die Suchergebnisse besser an das tatsächliche Nutzerverhalten anzupassen. Für alle Websites ist dieser Prozess mittlerweile abgeschlossen.

Warum ist die inhaltliche Parität zwischen Desktop und Mobile entscheidend?

Antwort: Inhaltliche Parität bedeutet, dass die mobile Version einer Seite dieselben Kerninhalte (Texte, Bilder, Videos) enthalten muss wie die Desktop-Version. Da Google nur noch die mobile Version für die Indexierung heranzieht, werden Inhalte, die auf der mobilen Seite fehlen oder hinter "Mehr laden"-Buttons versteckt sind, möglicherweise nicht mehr für das Ranking berücksichtigt. Eine "abgespeckte" mobile Version ist nicht mehr ausreichend.

Welche Auswirkungen hat die Mobile-First-Indexierung auf unterschiedliche mobile Konfigurationen?

Antwort: Die Auswirkungen variieren je nach technischem Setup:

  • Responsive Design: Dies ist der unproblematischste Fall, da URL und HTML identisch sind. Hier muss lediglich sichergestellt werden, dass keine wichtigen Inhalte per CSS (display: none;) auf mobilen Geräten versteckt werden.
  • Dynamic Serving (Dynamische Bereitstellung): Hier wird dieselbe URL verwendet, aber je nach Gerät wird ein anderes HTML ausgeliefert. Es ist kritisch, dass der Server den Vary: User-Agent-HTTP-Header sendet, um Google die unterschiedlichen Versionen zu signalisieren.
  • Separate URLs (m-dot-Seiten): Hier existieren getrennte URLs (z.B. example.com und m.example.com). Dies ist die fehleranfälligste Konfiguration. Es ist zwingend erforderlich, dass die korrekten rel="canonical"- (von der m-dot-Seite zur Desktop-Seite) und rel="alternate"- (von der Desktop-Seite zur m-dot-Seite) Annotationen gesetzt sind.

Welche technischen Anforderungen ergeben sich aus der Mobile-First-Indexierung?

Antwort: Die technischen Anforderungen zielen auf eine für den mobilen Googlebot und mobile Nutzer optimale Erfahrung ab:

  • Responsive Webdesign: Dies ist der von Google empfohlene Ansatz.
  • Strukturierte Daten: Schema-Markup muss auf der mobilen Version der Seite vorhanden und korrekt sein.
  • Meta-Tags: Titel-Tags, Meta-Beschreibungen und Robots-Meta-Tags müssen auf der mobilen und der Desktop-Version identisch sein.
  • Interne Verlinkung: Die Navigations- und interne Linkstruktur muss auf der mobilen Seite vollständig zugänglich sein.

Wie beeinflusst die Mobile-First-Indexierung die Bedeutung der Core Web Vitals?

Antwort: Die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS) werden im Kontext der Mobile-First-Indexierung primär auf Basis der mobilen Nutzererfahrung bewertet. Die Performance-Messung in Tools wie PageSpeed Insights sollte daher immer mit Fokus auf den "Mobil"-Tab erfolgen. Eine Website, die auf dem Desktop schnell ist, aber auf mobilen Geräten langsam lädt, wird von Google als langsam eingestuft.

Wie kann man überprüfen, wie Google die mobile Seite sieht?

Antwort: Webmaster haben mehrere Werkzeuge, um die mobile Ansicht ihrer Seite aus Googles Perspektive zu überprüfen:

  • Google Search Console - URL-Prüftool: Dieses Werkzeug ermöglicht es, eine Live-Prüfung einer URL mit dem "Googlebot Smartphone" als Crawler durchzuführen und das gerenderte HTML zu analysieren.
  • Test auf Optimierung für Mobilgeräte: Ein Tool von Google, das schnell prüft, ob eine Seite die grundlegenden Kriterien der Mobilfreundlichkeit erfüllt.

Was ist die Schlussfolgerung für eine technische SEO-Strategie?

Antwort: Die Mobile-First-Indexierung ist die dauerhafte Grundlage der Google-Indexierung. Eine "Mobile First"-Denkweise muss in allen Bereichen der Webentwicklung und des SEO verankert sein – vom Design über die technische Umsetzung bis zur Content-Erstellung. Die mobile Version ist nicht länger ein Zusatz, sondern das primäre Produkt, das für Suchmaschinen und Nutzer optimiert werden muss.

Integration in die technische SEO-Strategie

Die Mobile-First-Indexierung ist der Rahmen, in dem alle anderen technischen SEO-Maßnahmen bewertet werden.

  • Core Web Vitals – Die CWV-Werte der mobilen Seite sind der entscheidende Maßstab für die Page Experience.
  • Website-Geschwindigkeit optimieren - Die Optimierung der Geschwindigkeit muss mit Priorität für mobile Geräte erfolgen.
  • Crawling und Indexierung - Die interne Verlinkung und die Meta-Tags der mobilen Version bestimmen, was gecrawlt und indexiert wird.

Weiterführende Artikel

Aus demselben Cluster

Mit Thematischem Bezug