WordPress-Migration und Design-Restore für einen lokalen Spezialreiniger
Zuerst haben wir die Website technisch in die Hand des Kunden gebracht und sie vom Agentur-Setup auf eigenes Hosting migriert. Erst im zweiten Schritt haben wir die Optik an einen freigegebenen Archiv-Snapshot aus Februar 2022 angeglichen. Die Site wirkt hell. Drei Leistungen stehen im Fokus. Der Inhaber bearbeitet seine Texte in Gutenberg. Ein Custom-Theme ersetzt Page-Builder und Agentur-Theme.
Über das Projekt
Der Kunde ist ein inhabergeführter Familienbetrieb für biologische Teppichboden-, Teppich- und Polsterreinigung in Süddeutschland (Stuttgart und München). Die Website dient Vertrauen, Leistungsübersicht und Anruf bzw. Anfrage. Es gibt keinen Shop.
Der Inhaber wollte die Texte selbst in WordPress ändern. Die Site lief bereits auf WordPress, steckte aber im Theme- und Plugin-Setup der vorherigen Webagentur. Optik und Pflege lagen außerhalb seiner Kontrolle.
Unser Auftrag lautete: die Site auf Kunden-Hosting bringen, Agentur-Ballast entfernen und danach die vom Kunden freigegebene Markenoptik 2022 als Leitplanke umsetzen. WordPress bleibt das CMS. Der Editor muss für den Alltag taugen.
Herausforderung
- →Theme und Plugins stammten von der Vorgängeragentur. Das Look-and-Feel wirkte dunkel und schwer. Sticky-CTAs und Feldstrukturen erschwerten die Pflege.
- →Die Site musste auf dem Kunden-Hosting stabil laufen. Backups und Staging sollten möglich sein. Alt-Zugangsreste der Agentur gehörten weg.
- →Der Kunde wollte an die bekannte helle Markenoptik von 2022 anknüpfen. Pixel-1:1 und eine Wiederbelebung des alten Frontend-Stacks (Angular) waren ausgeschlossen.
- →Bestehende URLs und Inhalte bleiben. Alte Regio-Unterseiten bereinigen wir per 301.
- →Der Inhaber braucht Gutenberg. Komplexe Feldstrukturen und Page-Builder fallen weg.
Warum zwei Phasen
Migration und Design in einem Rutsch erzeugen Chaos. Zuerst sichern wir Hosting, Zugriff und Stabilität. Die Optik folgt erst, wenn die Technik steht.
In Phase 1 bleibt das Design unverändert. Phase 2 startet erst nach Freigabe eines konkreten Archiv-Snapshots als Look-Referenz. So bleibt Live stabil, bis das neue Theme abgenommen ist.
Phase 1: Migration und Setup
Im August 2026 starteten wir die WordPress-Migration und das technische Setup inklusive Funktionstest. Parallel planten wir SEO-Folgepakete (Content-Map, Onpage, Local SEO).
Der Ablauf sah so aus:
- →Wir klonten die Site vollständig in einer lokalen Staging-Umgebung (Seiten, Medien, Plugins, Datenbank).
- →Anschließend übernahmen wir die Installation auf das deutsche Managed-WordPress-Hosting des Kunden.
- →Wir prüften Seiten, Formular, Mail und SSL.
- →Sicherheits-Basics kamen dazu: versteckte Login-URL, Limit Login Attempts und SMTP.
- →Alt-Zugangsreste der Agentur entfernten wir.
- →Der Deploy-Pfad läuft Local → Freigabe → gezielter Upload per SFTP. Blind-Overwrite und Full-SQL von Local über Live sind ausgeschlossen.
Phase 1 liefert eine lauffähige WordPress-Installation unter Kontrolle des Kunden. Das Design bleibt unverändert. Wir haben Phase 1 vor dem Design-Paket abgerechnet.
Phase 1 ließ bewusst drei Dinge aus: neues Design, 1:1-Wiederherstellung 2022 und Rückbau auf den alten Frontend-Stack.
Phase 2: Design-Restore und Snapshot-Logik
Am 16. September 2026 gab der Kunde den Archiv-Snapshot vom 5. Februar 2022 frei. Am selben Tag starteten wir die Design-Angleichung. Blueprint und Local-Vorgehen waren intern am 21. September 2026 freigegeben.
Der Snapshot ist Look-Quelle, kein CMS und kein Klon-Auftrag. Wir haben HTML und CSS aus dem Archiv lokal als Referenz abgelegt. Die Umsetzung läuft nativ in WordPress.
Wir haben das Agentur-Theme nicht weitergebogen. Wir bauen ein neues Classic-Theme mit theme.json. Der Editor bleibt Gutenberg, ohne ACF PRO und ohne Page-Builder.
Der Scope von Phase 2 umfasst:
- →Wir setzen ein Custom-Theme in heller Optik um, inspiriert am Snapshot 2022.
- →Sieben Kernseiten binden wir optisch an.
- →Wir bauen lokal, holen die Kundenabnahme und deployen Theme und Inhalte gezielt.
- →Agentur-Theme und zugehörige Plugins deaktivieren wir.
- →Cache und Permalinks setzen wir neu.
- →Der Inhaber erhält eine kurze Pflegeanleitung und Checkliste.
Pixel-1:1 bleibt außen vor. Viele Abnahme-Runden, Feinschliff nach Go-Live und zusätzliche Regio-Seiten gehören nicht zu Phase 2.
Beim Design-Cutover aktivieren wir das neue Theme, deaktivieren das Alt-Theme und prüfen Cache sowie Permalinks. Design und Onpage-Inhalte gingen rund zwei Wochen nach der WordPress-Migration live. Den Security-Nachzug (XML-RPC) haben wir am 2. Oktober 2026 nachgezogen.
Phase 2 liefert eine helle Site im Stil 2022. Das Theme bleibt wartbar.
Parallel und im Anschluss laufen Onpage-Texte und Local SEO nach Aufwand. Die Design-Phase liefert die visuelle Basis. Content und Local-Sichtbarkeit bauen wir als eigene Säulen weiter.
Tech-Stack
| Baustein | Rolle |
|---|---|
| WordPress | CMS (bestehend, behalten) |
| Custom Classic Theme | Layout, Performance, Markenoptik |
| Gutenberg | Inhalte durch den Kunden |
| Yoast SEO | Titles, Descriptions, Technik-SEO |
| WPForms | Kontaktanfragen (bestehend, Optik angeglichen) |
| Cookie-Consent | DSGVO-Banner |
| Redirect-Plugin | Alt-URLs und Regio → 301 |
| Local Staging → SFTP Live | sicherer Deploy-Pfad |
| Self-hosted Webfonts | Speed und weniger Drittanbieter |
Design-Prinzipien
Die Site tritt hell auf. Orange dient als CTA-Akzent (ca. #F97E21). Der Hintergrund bleibt weiß, der Footer liegt in Grau-Blau.
Für Display-Texte nutzen wir Roboto Condensed, für Fließtext Open Sans. Beide Fonts hosten wir selbst (Performance und DSGVO).
Die Startseite gliedert sich in Infobox mit Anruf und Motiv, Qualitätsversprechen, drei Leistungsspalten als Wiedererkennung aus 2022 und eine kürzere FAQ. Das Menü führt Home, drei Leistungen sowie Kontakt und Vertrauen. Legal-Seiten liegen im Footer.
Auf Mobile setzen wir Hamburger-Navigation und touch-taugliche CTAs. Wir klonen das Archiv nicht 1:1. Die Technik steckt komplett neu im Theme.
Das Formular bleibt WPForms. Wir haben nur die Optik an das neue Theme angeglichen. So bleibt der bestehende Anfragekanal erhalten. Der Inhaber muss keinen neuen Formular-Workflow lernen.
Content und technisches SEO
Texte laufen über eine strukturierte Markdown-Pipeline pro Seite und landen in WordPress. Zu den Kernseiten gehören Home, drei Leistungen, Kontakt, Impressum und Datenschutz. Erweitert kommen ein Ratgeber-Hub mit Artikeln sowie eine Seite zu Vertrauen und Qualität dazu.
Yoast steuert Titles, Descriptions und Indexables. Beim Technik-SEO schalten wir die Users-Sitemap aus, setzen Author-Archive auf 404, deaktivieren Kommentar-Feeds und liefern Schema JSON-LD (LocalBusiness und verwandte Typen). Interne Links bleiben relativ (/slug/), damit Local und Live dieselbe Struktur nutzen.
Die Produkt- bzw. Firmenmarke erscheint nur in Kopf- und Fußzeile. Fließtext nutzt den Unternehmensnamen.
Rund 34 alte Regio-URLs leiten wir per 301 auf die Startseite um. So bleiben Altlasten bereinigt, ohne tote URLs zu füttern.
Security
Nach dem Design-Cutover haben wir die Site gehärtet. WordPress bleibt ein häufiges Ziel für automatisierte Login- und XML-RPC-Angriffe. Die Maßnahmen unten sind Betriebsstandard, kein Extra-Add-on:
- →XML-RPC haben wir Live abgeschaltet (Theme-Filter plus 403 auf
xmlrpc.php). Getestet am 2. Oktober 2026. - →Limit Login Attempts blockiert Brute-Force-Versuche, auch über XML-RPC und den User-Namen
admin. - →Der Benutzer
adminexistiert nicht. - →Die Login-URL ist versteckt und ersetzt den Standard-Einstieg über
/wp-admin. - →Benachrichtigungen der Login-Sperre sind für den Betrieb stumm oder umgeleitet.
Ergebnisse
Wir haben das Zwei-Phasen-Vorgehen eingehalten: Migration vor Redesign. Das Custom-Theme ist live, das Agentur-Theme abgelöst. Der Archiv-Look dient als Leitplanke. Ein Pixel-Klon war nie das Ziel. Gutenberg-Pflege läuft mit dokumentierter Anleitung für den Inhaber. XML-RPC antwortet Live mit 403. Rund 34 Regio-Redirects sind aktiv.
PageSpeed Insights Live vom 5. Oktober 2026, 17:04 Uhr (Europe/Berlin): Mobil Performance 72, Desktop Performance 99. Accessibility 96, Best Practices 100, SEO 100. Agentisches Browsing 3/3. Feldmessungen (CrUX) lagen noch nicht vor. Design und Onpage folgten rund zwei Wochen nach der Migration. Ranking- und Traffic-Zahlen nehmen wir in dieser Fassung nicht als Case-Claims.
Learnings
- →Migration vor Optik: Erst sichern wir Hosting, Zugriff und Stabilität. Das Design folgt erst danach. So sparen wir Chaos auf Live.
- →Wayback liefert nur die Look-Quelle, kein CMS. HTML und CSS dienen als Blueprint. Die Umsetzung läuft nativ in WordPress.
- →Agentur-Themes bauen wir neu. Ein schlankes Custom-Theme ist günstiger und klarer als ein Refactor des Alt-Themes.
- →Gutenberg ohne ACF PRO hält Feldgewirr klein und senkt die Pflegehürde für den Inhaber.
- →Regio-Altlasten bereinigen wir früh per 301. Tote URLs füttern keinen Nutzen.
- →Security denken wir nach dem Cutover mit. XML-RPC, Login-Härtung und Benachrichtigungen gehören zum Go-Live.
Für wen eignet sich der Ansatz?
Der Ansatz eignet sich für lokale Dienstleister mit bestehendem WordPress, die vom Theme- und Plugin-Setup der Vorgängeragentur weg wollen. Typisch ist der Bedarf, ein bekanntes Markenbild zurückzuholen und Inhalte selbst zu editieren. Es gibt keinen Shop. Der Fokus liegt auf Lead und Anruf. Voraussetzung bleibt die Bereitschaft, Migration und Design in zwei klaren Schritten zu trennen.
Fazit und nächster Schritt
Technisch souverän werden und danach das Design an die vom Kunden gewählte Referenz angleichen: das sind die zwei Schritte. WordPress bleibt das richtige CMS, wenn Pflege durch den Betrieb Priorität hat. Theme und Plugin-Landschaft müssen schlank bleiben.
Du willst WordPress vom Agentur-Setup lösen oder ein Design an eine freigegebene Markenreferenz angleichen. Wir übernehmen Migration, Custom-Theme und technisches SEO. Weitere Cases: Case Studies.
